Corporate Responsibility (CR)
Es gibt einen wechselseitigen Steigerungszusammenhang zwischen der Präferenz der Konsumenten für 'moralischen Konsum' einerseits, und dem latent existierenden Legitimationszwang andererseits, den Interessenvereinigungen und Nicht-Regierungsorganisationen gegenüber den Unternehmen öffentlich aktivieren, sofern sie CR-Prinzipien nicht in ihre Management-Entscheidungen zu integrieren scheinen.
Überzeugen dann die Argumentationsbemühungen des Managements nicht, so entzieht 'die Öffentlichkeit' bestimmten Entscheidungen – oder der gesamten Führung – die Legitimation:
Eine Unternehmensführung ohne gesellschaftliche Verantwortung findet sich schnell in der Legitimationsfalle wieder.
Von der kritischen Öffentlichkeit als 'Fehlverhalten' identifiziertes Handeln kann daher der Gesamtwahrnehmung eines Unternehmens erheblichen Schaden zufügen, der sich mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich in der Vorenthaltung von Konsum oder durch Reputationsverluste ausdrücken wird.
Dieser Zusammenhang verdeutlicht, dass ökonomisch belohnt wird, wer bei moralisch relevanten Entscheidungen Prinzipien folgt, die für eine Vielzahl von Menschen - im Durchschnitt - zustimmungsfähig sind. Ökonomisch bestraft wird hingegen, wer diesen Zusammenhang ignoriert oder sogar in die Vertuschung der eigenen 'Zuwiderhandlungen' investiert. Vertuschungsbemühungen sind ebenfalls Kostenpositionen, die häufig dauerhaft zu tragen sind. Die Dauerhaftigkeit erhöht aber die Aufdeckungswahrscheinlichkeit und es besteht weiterhin ein latenter Legitimationszwang, der zu jeder Zeit 'aktiviert' werden könnte.
Unerwünschte Folgen sind dann wiederum Vertrauensentzug und Umsatzrückgang. Diese Kostenpositionen sind den Vertuschungsbemühungen noch hinzuzurechnen. Neues Vertrauen kann hiernach nur auf der Basis der tatsächlichen Wahrnehmung von gesellschaftlicher Verantwortung gewonnen werden. Vertrauen ist Voraussetzung für Konsum.
